Entwicklung
Geschichte
Sehr lange habe ich mir einen Hund gewünscht. Aus Vernunftsgründen war dies aber nie möglich. Erst als mein Partner zustimmte mich in meinen Plänen zu unterstützen, war es möglich, dass dieser Traum in Erfüllung gehen konnte.
Wir haben uns lange mit den Rassen, den Linien, den Umständen und den Hintergründen beschäftigt, bis wir uns für einen Züchter entschieden haben. Diesen haben wir über ein Jahr besucht, wurden gut informiert, aber leider sollte es aus verschiedensten Gründen einfach nicht sein.
Während dieser Zeit ist bei der ursprünglichen Züchterin der geplanten Mutterhündin ein wahrer Traumwurf gefallen, der allerdings bereits vollständig vergeben war, als wir feststellten, dass es mit unseren Plänen vermutlich nichts werden würde.
Durch eine unglaubliche Verkettung glücklicher Umstände, wurde exakt die Hündin, die wir von Beginn an im Auge hatten, zweimal von den geplanten zukünftigen Besitzern doch nicht gewollt. Dies geschah erst so spät, dass eine Familie sogar schon im Pass steht. Deshalb haben wir den Wurf leider auch erst in Woche 7 persönlich kennengelernt. Dafür waren wir von der Züchterin, den Hunden und den Welpen sofort so begeistert, dass wir Lykka mit 9 Wochen abholten.
Zuhause
Genauso brav wie sie bei der Abholung war, war sie auch zuhause ab Beginn an.
Sie hat schnell verstanden sich zu melden, wenn sie raus muss.
Sie ist immer super gerne mit dem Auto gefahren.
Sie hat kein einziges Mal etwas zerstört (keine Schuhe, Möbel, Spielzeug) - garnichts!
Sie hat gut zur Ruhe gefunden, wenn nichts los war.
Sie hat nachts brav geschlafen. (Anfangs hab ich aber bei ihr an der Box geschlafen)
Sie hatte von Beginn an eine gute Beißhemmung bei unseren Händen.
Sie ist brav an der Leine gegangen und im Freilauf in der Nähe geblieben.
Einzige Macke von Beginn an ist ihre übermäßige Freude bei bekannten Menschen.
Aber damit kann man ja leben ;)
Hundeschule
Nach kurzer Eingewöhnungszeit waren wir so gut wie durchgehend mit ihr in der Hundeschule.
Als Welpe war sie der absolute Streberhund und hat alles rasend schnell gelernt.
Mit dem Beginn der Pubertät wurde ee etwas schwieriger, weil die Welt einfach viel spannender war als wir und sie deshalb die Konzentration auf uns nicht wirklich halten konnte.
Trotzdem haben wir kurz nach ihrem ersten Geburstag mitten in der Stehzeit der Läufigkeit die Begleithundeprüfung abgelegt.
Mit der Zeit hieß es bei ihr allerdings kreativer zu werden, da ihr die schlichte Unterordnung zu langweilig wurde. Als wir begannen neue Elemente einzubauen und abwechslungsreicheres Training zu gestalten, kam ihre Freude und auch die Konzentration zurück.
Pubertät
Im Laufe der Zeit hat sie beschlossen, dass sie fremde Hunde nicht unbedingt braucht und ist da sehr zurückhaltend, aber niemals ängstlich oder agressiv.
Zwischenzeitlich meinte sie, bei Geräuschen bellen zu müssen und hat vergessen wie man langsam an der Leine geht. Das hatten wir aber mit Training schnell wieder im Griff. Außer, dass die Welt ab und an interessanter war als wir, hat sie aber in der Pubertät keine Probleme gemacht, weiter nichts zerstört oder sonst etwas angestellt.
Erwachsen
Nachdem die, bei Lykka sehr unkomplizierte, Pubertät vorüber war, entwickelte sie sich immer mehr zu einem absoluten Musterhund, der es liebt mit uns zu abeiten - egal was: Unterordnung, Rally, Obedience, Breitensport, Tricks, Hunderennen und und und - sie war immer mit unglaublicher Begeisterung an unserer Seite.
Schon vor Lykkas Einzug war es unser Wunschgedanke einmal zwei Hunde zu halten, wenn der Erste gut erzogen ist - wir dachten so an 3-4 Jahre. Nachdem Lykka sich allerdings so wundervoll entwickelt hat, begannen wir als sie 1,5 Jahre alt war, damit nach einem Zweithund Ausschau zu halten.
Große Schwester
Als sie gerade 2 Jahre alt war, wurde unser Traumwurf geboren und Lykka wurde zur großen Schwester. Von Beginn an benahm sie sich absolut vorbildlich und zeigt der kleinen Maus die Welt. Wenn die Kleine es beim Spielen mal übertreibt, zeigt sie sehr viel Geduld, weiß aber sehr wohl unsere Aufmerksamkeit einzufordern. In manchen Situationen, weiß sie die Kleine auch mal zurecht zu weisen.
Therapiehund
Schon in jungem Alter habe ich mit Lykka angefangen die Ausbildung zu machen. Für ihre Entwicklung war es das Beste was uns passieren konnte, denn bei dieser Ausbildung hat sie so viele alltagsrelevante Dinge gelernt und vorallem kennengelernt: laute Kinder, Senioren mit Gehhilfen, Menschen mit unvorhersehbaren Verhalten aufgrund von diversen Einschränkungen und noch so vieles mehr. Auch ich hab sehr viel gelernt, da ich das Arbeiten mit Hund dort als viel freier und mit weniger Druck kennengelernt habe. Auch wenn ein rein positiv verstärktes Training für uns und vor allem Lykka nicht funktionierte, haben wir uns alle viel mitgenommen. Lykka hat ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und alle Assistenzeinsätze gemeistert. Alleine in klassische Einsätze zu gehen, hat sich allerdings nicht ergeben. Auch wenn die Ausbildung natürlich für unsere gemeinsamen Ferienbetreuungen am Reiterhof mit den Kindern und Jugendlichen sehr hilfreich war.
Sporthund
Beim ÖGV Luftenberg haben wir, wie schon oben beschrieben, die Ausbildungslaufbahn mit dem Wintertraining und Welpenkurs begonnen, kurz nachdem sie bei uns eingezogen ist. Erstes Ziel war natürlich die Begleithundeprüfung, welche Lykka kurz nach ihrem ersten Geburtstag positiv absolvierte. Danach ging es für uns ins Turnierleben. Auf den FCI-Turnieren sind wir viele Starts in BGH, Obedience, Breitensport und Rally gelaufen - und dies mehr als erfolgreich. Sie wurde mehrfach Vize-Landesmeister, Cupsieger uvm. Durch Corona und mehrere Änderungen der Prüfungsordnungen in dieser Zeit, sind wir im FCI dann nicht mehr gestartet und haben uns voll auf den ASCA fokusiert.
ASCA
Durch Lykkas Züchterin Susanne sind wir eines Tages als Lykka etwa 1,5 Jahre als war, gefragt worden, ob wir nicht auch einmal beim ASCA starten wollen würden, weil wir beim FCI schon so erfolgreich waren. Wir hatten überhaupt keine Ahnung, mussten uns erstmal einlesen und ich beschloss ganz spotan zum Zuschauen nach Böheimkirchen auf einen Trial zu fahren. Dort saß ich und dachte mir, ich kenne zwar die Regeln nicht aber die Übungen sollte Lykka eigentlich alle können. Also fuhr ich am nächsten Tag mit Lykka zusammen wieder hin und bin ohne Vorbereitung einfach gestartet. Dies so erfolgreich, dass wir gleich eine große High in Trial - Obedience mit dem Klassensieg in Novice mit nach Hause nahmen! Ja...der Virus war da und lies uns damit seit Mai 2018 nicht mehr los.
Utility
Nach sehr vielen Jahren - nicht so viele ASCA-Starts da in Österreich jährlich nur zwei Trials veranstaltet werden und Corona dazwischenkam - haben wir am 13.8.25 unsere ASCA-Obedience-Laufbahn mit dem Utility-Titel gekrönt. Das absolut unglaublich daran: Lykka ist der allererste Hund in Österreich mit diesem Titel, denn viele haben sich schon daran versucht, aber noch niemand hat es erfolgreich geschafft.
Alltag
So toll Lykkas unglaublichen Turniererfolge auch sind. 99,9% unseren Leben ist weder Training oder Turniere, sondern der Alltag. Hier liegt klar Lykkas größte Stärke - ihre Alltagstauglichkeit. Egal was man wo wie mit wem macht, es ist alles kein Problem. Lykka passt sich an uns an, sodass wir wenig an sie anpassen müssen. Sie bleibt brav alleine oder bei anderen Menschen, sie macht nichts kaputt, läuft brav mit und ohne Leine, kann überall mit hin genommen werden, liebt Autofahren und und uns...einzig aufdringliche fremde Hunde waren anfangs ein Problem, was durch viel Training aber wunderbar kontrollierbar wurde.
Reisen
Von Beginn an hat uns Lykka auf sehr viele unserer Urlaube begleitet und hat damit schon im jungen Alter mehr Länder bereist als viele Menschen in ihrem ganzen Leben. Egal ob auf Städtetrips, Wandertouren, im Wohnmobil, in Hotels, auf Roadtrips, beim Skiurlaub, auf Booten - völlig egal - alles unkompliziert möglich. Einzig, wo wir sie nicht mitnehmen ist im Flugzeug. Was aber nicht heißt, dass wir keine Flugreisen mehr machen können, denn dann bleibt sie völlig unkompliziert auch mehrere Wochen bei meinen Eltern zuhause.
Krankheiten
Bis zum 9. Lebensjahr hat Lykka außer für Impfungen und Gesundheitszertifikate keinen Tierarzt gesehen. Dies änderte sich Anfang 2026 als wir Knubbel in ihrem Bauch gefunden haben. Natürlich sind wir gleich zum Tierarzt und weiter in die Tierklinik nach Sattledt zur genaueren Abklärung - Diagnose Mammatumore. Statt in Urlaub zu fahren wurde also selbstverständlich Lykka schnellstmöglich am 24.Februar 2026 operiert. Glücklicherweise hat sie sich trotz sehr großem Schnitt entlang des ganzen Bauches zur Entfernung von zwei Teilen aus beiden Milchleisten und gleichzeitiger Kastration sehr schnell erholt und war wieder fit und fröhlich. Deshalb hieß es regelmäßig zum Check, da die Wahrscheinlichkeit hoch war, dass wieder etwas kommt. Zuerst sah es gut aus, weil wir den Krebs schnell entdeckt und gut operiert hatten. Bei den nächsten Checks stellte sich leider heraus, dass die kaum anzunehmende Möglichkeit eingetreten war, dass unentdeckt schon vor der ersten Operatiopn Zellen ins Lypmphsystem gekommen waren und Metastasen in den Lymphknoten zu finden waren. Seit dem 8. Juni 2026 ist sie auf Entzündungshemmer eingestellt, welche das Wachstum der Krebszellen verlangsamen sollen. Wir haben uns in Absprache mit dem Tierarzt gegen eine strapaziöse Chemotherapie entschieden. Glücklicherweise konnten am CT noch keine sichtbaren Metastasen in den inneren Organen festgestellt werden, was hoffentlich bedeutet, dass wir noch etwas Zeit gemeinsam haben und diese nun erst recht besonders zu schätzen wissen <3
Senior
Bis zur Mammatumor-Operation hat man Lykka ihr Alter überhaupt nicht angemerkt. Durch die Operation ist sie rasant merklich älter geworden, sie ist gemütlicher und ruhiger, schläft mehr und tiefer und ist ziemlich stur geworden ( + hungrig durch die Kastration). Also wird jetzt etwas mehr auf sie Acht gegeben, dass sie sich nicht überanstrengt aber trotzdem fit und gesund bleibt. Turniere werden in der Veteranklasse niedriger gesprungen und das Futter wurde angepasst. Im Gesamten ist sie aber zum Glück immer noch super happy und liebt es mit uns Zeit zu verbringen und zu arbeiten. Durch ihre Diagnose werden wir sie aber leider vermutlich nie als richtiger Senior erleben dürfen - im Moment hoffen wir ihren 10. Geburtstag noch feiern zu können :/